Sakramente

 
Die Sakramente des Neuen Bundes sind von Christus eingesetzt. Es gibt sieben Sakramente:
  • die Taufe
  • die Firmung
  • die Eucharistie
  • die Buße
  • die Krankensalbung
  • die Weihe
  • die Ehe
Diese sieben Sakramente betreffen alle Stufen und wichtigen Zeitpunkte im Leben des Christen:
sie geben dem Glaubensleben der Christen Geburt und Wachstum, Heilung und Sendung. Es besteht also eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Stufen des natürlichen Lebens und den Stufen des geistlichen Lebens.
(aus: Katechismus der Katholischen Kirche)
 

Die Taufe ist der Weg aus dem Reich des Todes in das Leben; das Tor in die Kirche und der Beginn einer bleibenden Gemeinschaft mit Gott.
Die Taufe ist das grundlegende Sakrament und die Voraussetzung für alle anderen Sakramente. Sie vereinigt uns mit Jesus Christus, nimmt uns hinein in sein erlösendes Sterben am Kreuz, befreit uns dadurch von der Macht der Erbsünde und allen persönlichen Sünden und lässt uns mit ihm auferstehen zu einem Leben ohne Ende. Da die Taufe ein Bund mit Gott ist, muss der Mensch "Ja" dazu sagen. Bei der Kindertaufe bekennen die Eltern stellvertretend den Glauben.
(aus: Youcat)
 

Die Firmung ist das Sakrament, das die Taufe vollendet und in dem wir mit der Gabe des Heiligen Geistes beschenkt werden. Wer sich in Freiheit für ein Leben als Kind Gottes entscheidet und unter den Zeichen der Handauflegung und Salbung mit Chrisam um Gottes Geist bittet, erhält die Kraft, Gottes Liebe und Macht in Wort und Tat zu bezeugen. Er ist nun ein vollgültiges, verantwortliches Mitglied der Katholischen Kirche.
Schon im Alten Testament wartete das Volk Gottes auf die Ausgießung des Heiligen Geistes über den Messias. Jesus lebte ein Leben in einem besonderen Geist der Liebe und der vollkommenen Einheit mit seinem Vater im Himmel. Dieser Geist Jesu war der "Heilige Geist", den das Volk Israel ersehnte; und es war derselbe Geist, den Jesus seinen Jüngern versprach, derselbe Geist, der 50 Tage nach Ostern, am Pfingstfest, auf die Jünger herabkam. Und es ist wieder dieser Heilige Geist Jesu, der auf jeden herabkommt, der das Sakrament der Firmung empfängt.
Bereits in der Apostelgeschichte, die wenige Jahrzehnte nach Jesu Tod entstand, sehen wir Petrus und Johannes auf "Firmreise"; die beiden legen neuen Christen, die vorher "nur auf den Namen Jesu, des Herrn, getauft" waren, die Hände auf, damit ihr Herz erfüllt wurde mit Heiligem Geist.
(aus: Youcat)
 

Was ist die Eucharistie?
Sie ist Opfer des Leibes und Blutes Christi. Der Herr Jesus hat die Eucharistie eingesetzt, damit das Opfer des Kreuzes durch die Zeiten hindurch bis zu seiner Wiederkunft fortdauert. So hat er seiner Kirche das Gedächtnis seines Todes und seiner Auferstehung anvertraut. Die Eucharistie ist das Zeichen der Einheit, das Band der Liebe, das österliche Mahl, in dem Christus genossen, das Herz mit Gnade erfüllt und das Unterpfand des ewigen Lebens gegeben wird.
Die Eucharistie ist Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens. In der Eucharistie gipfelt das heiligende Handeln Gottes uns gegenüber und unsere Verehrung ihm gegenüber. Die Eucharistie enthält das Heilsgut der Kirche in seiner ganzen Fülle: Christus selbst, unser Osterlamm. Die Teilnahme am göttlichen Leben und die Einheit des Volkes Gottes werden durch die Eucharistie bezeichnet und bewirkt. Durch die Eucharistiefeier vereinen wir uns schon jetzt mit der Liturgie des Himmels und nehmen das ewige Leben vorweg.
Der unerschöpfliche Reichtum dieses Sakramentes kommt in den verschiedenen Benennungen zum Ausdruck, die jeweils besondere Aspekte unterstreichen. Die üblichsten Benennungen sind:
Eucharistie; heilige Messe; Mahl des Herrn; Brechen des Brotes; Eucharistiefeier; Gedächtnis des Leidens, des Sterbens und der Auferstehung des Herrn; heiliges Opfer; heilige und göttliche Liturgie; heilige Mysterien; allerheiligstes Sakrament des Altars; heilige Kommunion.
Die Eucharistie zelebriert der gültig geweihte Priester (Bischof oder Presbyter), der in der Person Christi, des Hauptes, und im Namen der Kirche handelt.
Jesus Christus ist in der Eucharistie auf einzigartige und unvergleichliche Weise gegenwärtig: wirklich, tatsächlich und substantiell, mit seinem Leib und seinem Blut, mit seiner Seele und seiner Gottheit. In der Eucharistie ist also der ganze Christus, Gott und Mensch, auf sakramentale Weise gegenwärtig, das heißt unter den eucharistischen Gestalten von Brot und Wein.
(aus: Katechismus der Katholischen Kirche)
 

Was ist das Bußsakrament?
Durch die Taufe sind wir zwar der Macht der Sünde und des Todes entrissen und sie versetzt uns in das neue Leben der Kinder Gottes, aber sie befreit uns nicht von menschlicher Schwäche und der Neigung zur Sünde. Deshalb brauchen wir einen Ort, an dem wir immer wieder neu mit Gott versöhnt werden. Das ist die Beichte.

Es ist nicht modern, zu beichten; es ist vielleicht schwierig und kostet anfangs große Überwindung. Aber es ist eine der größten Gnaden, dass wir in unserem Leben immer wieder neu anfangen dürfen - wirklich neu: völlig unbelastet und ohne die Hypotheken von gestern, angenommen in Liebe und versehen mit neuer Kraft. Gott ist barmherzig, und er wünscht sich nichts sehnlicher, als dass wir seine Barmherzigkeit auch in Anspruch nehmen. Wer gebeichtet hat, schlägt eine neue, weiße Seite im Buch seines Lebens auf.

Allein Gott kann Sünden vergeben. "Deine Sünden sind dir vergeben!" (Mk 2,5) konnte Jesus nur sagen, weil er der Sohn Gottes ist. Und nur, weil Jesus sie bevollmächtigt hat, können Priester an Jesu Seite Sünden vergeben.
Mancher sagt: Das mache ich mit Gott direkt auf, dazu brauche ich keinen Priester! Gott will es aber anders. Er kennt uns. Wir mogeln uns über die Sünden hinweg, kehren die Dinge gern unter den Teppich. Deshalb will Gott, dass wir unsere Sünden aussprechen und sie von Angesicht zu Angesicht bekennen. Darum gilt für Priester: "Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben. Wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist die verweigert" (Joh 20,23).

Voraussetzung für die Vergebung von Sünden ist der Mensch, der sich bekehrt und der Priester, der ihm im Namen Gottes die Lossprechung von seinen Sünden erteilt. Zu jeder Beichte gehören die Gewissenserforschung, die Reue, der Vorsatz, das Bekenntnis und die Buße.

(aus: Youcat)
 

Das Sakrament der Krankensalbung kann jeder Gläubige empfangen, der sich in einer gesundheitlich kritischen Situation befindet. Die Krankensalbung kann man in seinem Leben auch öfter empfangen. So ist es sinnvoll, dass auch junge Menschen um dieses Sakrament bitten, wenn sie sich etwa einer schweren Operation unterziehen. Viele Christen verbinden in solchen Momenten die Krankensalbung mit einer (Lebens-)Beichte; sie wollen im Fall eines Falles Gott mit reinem Gewissen gegenübertreten.
Der wesentliche Ritus bei der Spendung des Sakraments der Krankensalbung besteht in einer von Gebeten begleiteten Salbung der Stirn und der Hände mit heiligem Öl.
Die Krankensalbung schenkt Trost, Frieden und Kaft und verbindet den Kranken in seiner prekären Situation und seinen Leiden auf eine tiefe Weise mit Christus. Denn der Herr hat unsere Ängste durchgemacht und unsere Schmerzen an seinem Leib getragen. Bei manchen bewirkt die Krankensalbung körperliche Heilung. Sollte Gott aber jemand zu sich heimrufen wollen, so schenkt er ihm in der Krankensalbung die Kraft für alle körperlichen und seelischen Kämpfe auf seinem letzten Weg. In jedem Fall hat die Krankensalbung eine sündenvergebende Wirkung.
Die Spendung der Krankensalbung ist Bischöfen und Priestern vorbehalten. Christus handelt kraft ihrer Weihe durch sie.
(aus: Youcat)
 

Wer getauft und gefirmt ist, kann in der Kirche darüber hinaus in zwei eigenen Sakramenten eine besondere Sendung empfangen und von Gott dazu in Dienst genommen werden: die Weihe und die Ehe. Beide Sakramente haben etwas gemeinsam: Sie sind für andere bestimmt. Niemand wird bloß für sich geweiht, auch tritt niemand bloß für sich in den Stand der Ehe. Weihesakrament und Ehesakrament sollen das Volk Gottes aufbauen, d.h. sie sind ein Kanal, über den Gott Liebe in die Welt einfließen lässt.
Wer geweiht wird, empfängt eine Gabe des Heiligen Geistes, die ihm eine heilige Vollmacht gibt und von Christus durch den Bischof verliehen wird.
Priester sein bedeutet nicht nur eine Funktion oder ein Amt übernehmen. Durch die Weihe bekommt ein Priester bestimmte Kraft und eine Sendung für seine Geschwister im Glauben geschenkt.
Ein katholischer Priester, der die Sakramente spendet, handelt nicht aus eigener Kraft oder aus moralischer Vollkommenheit heraus (die er oft leider nicht hat), sondern "in persona Christi". Durch seine Weihe wächst ihm die verwandelnde, heilende, rettende Kraft Christ zu. Weil ein Priester nichts aus sich hat, ist er vor allem ein Diener. Das Erkennungszeichen jedes echten Priesters ist daher demütiges Staunen über seine eigene Berufung.
Das Weihesakrament hat 3 Stufen: Bischof --> Priester --> Diakon.
In der Bischofsweihe wird einem Priester die ganze Fülle des Weihesakramentes übertragen. Er wird zu einem Nachfolger der Apostel geweiht und tritt in das Kollegium der Bischöfe ein. Zusammen mit den anderen Bischöfen und dem Papst ist er von nun an für die gesamte Kirche verantwortlich. Insbesondere bestellt ihn die Kirche für die Ämter des Lehrens, der Heiligung und des Leitens.
In der Priesterweihe ruft der Bischof die Kraft Gottes auf den Weihekandidaten herab. Sie prägt diesen Menschen mit einem unauslöschlichen Siegel, um ihn nie mehr zu verlassen. Als Mitarbeiter seines Bischofs wird der Priester das Wort Gottes verkündigen, die Sakramente spenden und vor allem die heilige Eucharistie feiern.
In der Diakonenweihe wird der Kandidat zu einem eigenen Dienst innerhalb des Weihesakramentes bestellt. Denn er repräsentiert Christus als den, der nicht gekommen ist, "um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele" (Mt 20,28). In der Weiheliturgie heißt es: "Im Dienst des Wortes, des Altares und der Liebe ist der Diakon für alle da."
Gültig zum Diakon, Priester und Bischof geweiht werden kann ein getaufter, katholischer Mann, der von der Kirche für dieses Amt berufen wird.
Die Bestimmung, dass nur Männer die heiligen Weihen empfangen dürfen, ist keine Abwertung der Frau. Vor Gott haben Mann und Frau gleiche Würde, aber sie haben verschiedene Aufgaben und Charismen. Die Kirche sieht sich daran gebunden, dass Jesus bei der Einsetzung des Priestertums im Abendmahl ausschließlich Männer wählte.
 
Wie kein anderer Mensch der Antike hat Jesus Frauen provozierend aufgewertet, ihnen seine Freundschaft geschenkt und sie in Schutz genommen. Frauen waren in seinem Gefolge, und Jesus schätzte ihren Glauben hoch. Immerhin ist die erste Auferstehungszeugin eine Frau. Deshalb wird Maria Magdalena "Apostolin der Apostel" genannt.
Dennoch wurde das Weihepriestertum und Hirtenamt immer Männern übertragen. Im männlichen Priester sollte die Gemeinde Jesus repräsentiert finden. Das Priestersein ist ein besonderer Dienst, der den Mann auch in seiner männlich-väterlichen Geschlechterrolle in Anspruch nimmt. Es ist jedoch keine Form männlicher Überordnung über Frauen. Frauen spielen in der Kirche, wie wir an Maria sehen, eine zentrale Rolle, die nicht weniger zentral ist als die männliche, aber es ist eine weibliche Rolle. Eva wurde die Mutter aller Lebendigen (Gen 3,20). Als "Mütter aller Lebendigen" haben Frauen besondere Gaben und Fähigkeiten. Ohne ihre Weise der Lehre, Verkündigung, Caritas, Spiritualität und Seelsorge wäre die Kirche "halbseitig gelähmt".
Wo immer Männer in der Kirche den priesterlichen Dienst als Machtinstrument benutzen oder Frauen mit den ihnen eigenen Charismen nicht zum Zug kommen lassen, verstoßen sie gegen die Liebe und den Heiligen Geist Jesu.
(aus: Youcat)
 

Wer getauft und gefirmt ist, kann in der Kirche darüber hinaus in zwei eigenen Sakramenten eine besondere Sendung empfangen und von Gott dazu in Dienst genommen werden: die Weihe und die Ehe. Beide Sakramente haben etwas gemeinsam: Sie sind für andere bestimmt. Niemand wird bloß für sich geweiht, auch tritt niemand bloß für sich in den Stand der Ehe. Weihesakrament und Ehesakrament sollen das Volk Gottes aufbauen, d.h. sie sind ein Kanal, über den Gott Liebe in die Welt einfließen lässt.
Gott hat Mann und Frau füreinander bestimmt, damit sie "nicht mehr zwei, sondern eins" sind (Mt 19,6): auf diese Weise sollen sie die Liebe leben, fruchtbar sein und so zum Zeichen für Gott selbst werden, der nichts als überfließende Liebe ist.
Das Sakrament der Ehe kommt durch ein vor Gott und der Kirche abgelegtes Versprechen von Mann und Frau zustande, dass von Gott angenommen und besiegelt wird und die körperliche Vereinigung des Paares vollzogen wird. Weil Gott selbst das Band der sakramentalen Ehe knüpft, bindet es bis zum Tod eines der beiden Partner.
Das Ehesakrament spenden sich Mann und Frau gegenseitig. Der Priester oder Diakon ruft den Segen Gottes auf das Paar herab. Er ist sonst nur der Zeuge, dass die Ehe unter den richtigen Bedingungen zustande kommt und das Versprechen umfassend und öffentlich abgelegt wird. Eine Ehe kann nur zustande kommen, wenn es einen Ehekonsens gibt, d.h. wenn Mann und Frau in Freiheit und ohne Furcht und Zwang die Ehe wollen und wenn sie nicht durch andere natürliche oder kirchliche Bindungen an einer Ehe gehindert sind (bereits bestehende Ehe, Zölibatsversprechen).
Zu einer sakramentalen Ehe gehören notwendig drei Elemente:
  • das Jawort in Freiheit
  • die Bejahung einer lebenslänglichen, ausschließlichen Verbindung und
  • die Offenheit für Kinder
Das Tiefste an einer christlichen Ehe ist aber das Wissen des Paares: Wir sind ein lebendiges Abbild der Liebe zwischen Christus und der Kirche.

Die Forderung der Einheit und Unauflöslichkeit richtet sich zunächst gegen die Polygamie, in der das Christentum einen fundamentalen Verstoß gegen die Liebe und die Menschenrechte sieht; sie richtet sich auch gegen das, was man "sukzessive Polygamie" nennen könnte: eine Folge von unverbindlichen Liebesbeziehungen , die nicht zum einen, großen, nicht mehr revidierbaren "Ja" finden.
Die Forderung nach ehelicher Treue beinhaltet die Bereitschaft zu einer lebenslangen Bindung, die Liebesbeziehungen neben der Ehe ausschließt. Die Forderung nach Bereitschaft zur Fruchtbarkeit meint: Ein christliches Ehepaar ist offen für die Kinder, die Gott ihm schenken möchte. Paare, die kinderlos bleiben, sind von Gott gerufen, auf andere Weise "fruchtbar" zu werden.
Eine Ehe, in der eines dieser Elemente bei der Eheschließung ausgeschlossen wurde, kommt nicht zustande.

Die Ehe ist dreifach unauflöslich. Einmal, weil es dem Wesen der Liebe entspricht, sich vorbehaltlos gegenseitig hinzugeben; dann, weil sie ein Abbild der bedingungslosen Treue Gottes zu seiner Schöpfung ist; und sie ist noch einmal unauflöslich, weil sie die Hingabe Christi an seine Kirche darstellt, die bis zum Tod am Kreuz ging.

In einer Zeit, in der vielerorts 50 Prozent aller Ehen geschieden werden, ist jede Ehe, die hält, ein großes Zeichen - zuletzt eines für Gott. Auf dieser Erde, auf der so vieles relativ ist, sollen Menschen an Gott glauben, der allein absolut ist. Darum ist alles Nichtrelative so wichtig: jemand, der absolut die Wahrheit sagt oder absolut treu ist. Absolute Treue in der Ehe bezeugt weniger die menschliche Leistung als die Treue Gottes, der auch dann noch da ist, wenn wir ihn in jeder Hinsicht verraten und vergessen. Kirchlich heiraten heißt: mehr auf Gottes Hilfe als auf den eigenen Vorrat an Liebe zu vertrauen.

Nicht jeder ist zur Ehe berufen. Auch allein lebende Menschen können ein erfülltes Leben haben. Manchen von ihnen zeigt Jesus einen besonderen Weg; er lädt sie ein, "um des Himmelreiches willen" (Mt 19,12) ehelos zu leben.

(aus: Youcat)
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